Verfasst von: B. Mex | 3. Oktober 2008

6. Termin: 27.11.

„Verbürgerlichung der Arbeiterklasse/der Arbeiterbewegung?

Kurzbegründung: Vielen gilt die neoliberale Gleichschaltung der Medien als eine der Hauptquellen mangelnder Bereitschaft auch der abhängig Beschäftigten, der neoliberalen „pensée unique“ Widerstand entgegen zu setzen und einen Politikwechsel zu erzeugen. Die Debatte über diese ideologische „Verbürgerlichung“ ist jedoch keineswegs neu. Im Unterschied aber zur heutigen Vorstellung einer universellen Gleichrichtung der Gedankenformen wurden mit den Konzepten der „Verdinglichung“ oder des „eindimensionalen Menschen“ Widersprüche und Grenzen ideologischer Verallgemeinerung thematisiert und somit Anknüpfungspunkte für einen „Geist des Bruchs“ und Bedingungen einer „intellektuell-moralischen Reform“ (Gramsci) ausgelotet. Am Beispiel von Lukács und/oder Marcuse wird das Verhältnis von „herrschenden Gedanken“ und „Gedanken der Herrschenden“ diskutiert.

  • Georg Lukács (1970 [1922]: Geschichte und Klassenbewusstsein. Studien über marxistische Dialektik, Neuwied u. Berlin: Luchterhand (Auszug: 170-209; 267-355).
  • Herbert Marcuse (1967/2004 [1964]): Der eindimensionale Mensch, Darmstadt und Neuwied: Luchterhand (Auszug: 11-75) (auch als: Schriften Bd. 7: Lüneburg: zu Klampen).

Verfasst von: B. Mex | 19. September 2008

5. Termin: 2.10

Kluft zwischen betrieblichem und gewerkschaftlichem Interessenhandeln?

Kurzbegründung: Unter den Bedingungen einer „erpresserischen Globalisierung“ der Unternehmen und der Reorganisation des bürgerlichen Staates (Privatisierung) hat sich eine deutliche Kluft zwischen betrieblichem und gewerkschaftlichem Interessenhandeln ausgebildet: die betriebliche Wirkungskraft überbetrieblicher, gewerkschaftlicher Politik und ihrer Vertragsformen (Flächentarif) sind deutlich abgeschwächt. Betriebs- und Personalräte sehen oft keine Alternative mehr zu betrieblichen Konzessionshandeln. Seit der Entstehung der „gespaltenen Interessenpolitik“ jedoch war das Verhältnis von betrieblicher und gewerkschaftlicher Interessenpolitik nie ohne Spannungen. Ausgehend von Karl Korsch Analyse des Betriebsverfassungsgesetzes von 1920 sollen die grundlegenden Probleme eines „dualen Systems“ der Interessenpolitik thematisiert und diskutiert werden.

  • Karl Korsch (1968 [1922]): Auf dem Weg zur industriellen Demokratie (Arbeitsrecht für Betriebsräte). Frankfurt/M. (Auszug: 58-151).

Verfasst von: B. Mex | 29. August 2008

4. Termin: 18.9.

Müssen die Massen geführt werden? Die Lenin-Luxemburg-Kontroverse

Kurzbegründung: Auch heute mehren sich (wieder) die Stimmen, die eine zunehmende Akzeptanz neoliberaler Wirtschaftsstrategien bei den abhängig Beschäftigten kritisieren. Die Masse der abhängig Beschäftigten müsse „auf den richtigen Weg“ geführt werden. In der Geschichte der Arbeiterbewegung ist dieses Thema als Verhältnis von Spontaneität und Organisation vor allem in der sog. Lenin-Luxemburg-Debatte intensiv geführt worden. Am Beispiel von Rosa Luxemburgs Kritik am Organisationskonzept der russischen Sozialdemokratie (oder ihres Konzepts des Massenstreiks) sollen die vielfältigen Dimensionen dieses Verhältnisses ergründet werden (Lernen durch praktische Erfahrung vs. Lernen durch Propaganda; Vorbedingungen des Sozialismus etc.).

Verfasst von: B. Mex | 9. August 2008

Brecht über Marx

Eine halbwegs komplette Kenntnis des Marxismus kostet heut, wie mir ein Kollege versichert hat, zwanzigtausend bis fünfundzwanzigtausend Goldmark und das ist dann ohne die Schikanen. Darunter kriegen Sie nichts Richtiges, höchstens so einen minderwertigen Marxismus ohne Hegel oder einen, wo der Ricardo fehlt usw. Mein Kollege rechnet übrigens nur die Kosten für die Bücher, die Hochschulgebühren und die Arbeitsstunden und nicht was Ihnen entgeht durch Schwierigkeiten in Ihrer Karriere oder gelegentliche Inhaftierung, und er läßt weg, daß die Leistungen in bürgerlichen Berufen bedenklich sinken nach einer gründlichen Marxlektüre; in bestimmten Fächern wie Geschichte oder Philosophie werdens nie wieder wirklich gut sein, wenns den Marx durchgegangen sind.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche

Verfasst von: B. Mex | 10. Juli 2008

2. Braunschweiger GRAMSCI-Tage 2008

Die Braunschweiger Initiative für eine andere Politik lädt zu den 2. Braunschweiger GRAMSCI-Tagen ein.

Am Freitag, den 17. Oktober 2008 wird Frigga HAUG einen Vortrag unter der Überschrift “Demokratie und Freiheit. Luxemburgs Kritik an der russischen Revolution und die Linie Luxemburg-Gramsci” halten.

Am Samstag, den 18. Oktober  werden zwei Gramsci-Leseseminare mit Bezug auf das Referat mit Sabine KEBIR und Andreas MERKENS angeboten.

Die Gramsci-Tage 2008 werden von der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik (BIAP) in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen, dem DGB-Braunschweig und dem Asta der TU Braunschweig durchgeführt.

Weitere Details siehe Flyer

Handzettel zum Herunterladen

Miniplakat zum Herunterladen

Verfasst von: B. Mex | 4. Juli 2008

Über Antonio Gramsci

Tom Müntzer: Antonio Gramsci – Theoretiker des Scheiterns

Antonio Gramsci

Antonio Gramsci

Als 1926 der Faschismus endgültig zum Durchbruch gelangte, in dem Benito Mussolini die letzten Überreste der parlamentarischen Demokratie abschaffte, musste der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Italiens zweifelsohne das Scheitern seines Projektes konstatieren. Einerseits das Scheitern des Umsturzversuches der Arbeiterklasse der norditalienischen Industriestädte in den Jahren 1918-20, andererseits die Unfähigkeit der Linken geschlossen gegen die faschistische Gefahr vorzugehen. Gerade aber das Bewusstsein, in diesem historischen Moment gescheitert zu sein, führte dazu, dass Antonio Gramsci zu einem der bedeutendsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts wurde.

Die Frage, warum die westeuropäischen Arbeiterbewegungen sich als unfähig erwiesen, es ihren russischen Genossen gleichzutun – ja sogar den teilweise erkämpften Boden politischer Emanzipation wieder verloren – wurde zur zentralen Fragestellung seines politischen Denkens.

1891 auf Sardinien geboren, stellte sich seine Jugend ausgesprochen schwierig dar. Von Kindesbeinen an mit sozialer Not konfrontiert (sein Vater war auf Grund von politischen Intrigen 4 Jahre inhaftiert) und durch eine körperliche Behinderung gehemmt, war nicht absehbar, dass er einmal zu den führenden politischen Persönlichkeiten Italiens gehören sollte.
Das Sardinien der Jahrhundertwende war ein Ort der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Auf der einen Seite die agrarisch-feudalen Verhältnisse, in denen die Bauern kaum über dem Niveau von Leibeigenen lebten, und auf der anderen Seite die Städte und Bergbauzentren in denen sich schnell kapitalistische Verhältnisse etablierten. Sardinien bot so en miniature das Abbild ganz Italiens mit seinem verarmten Süden und seinen kapitalistischen Metropolen im Norden.

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Verfasst von: B. Mex | 4. Juli 2008

3. Termin: 28.8.

Zwischen Parlament und Bewegung:

Das Verhältnis von betrieblichen, gesellschaftlichen und politischen Kämpfen

Kurzbegründung: Mit dem Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik der deutschen Sozialdemokratie, der Entstehung einer neuen Linkspartei, dem gewerkschaftlichen „Kontrollverlust in der Tarifpolitik“ und dem betrieblichen Konzessionshandeln sind die tradierten Orte der Politik der Arbeiterbewegung deutlich in Bewegung geraten. In der Geschichte der Arbeiterbewegung gab es bereits mehrere intensive Debatten über die Modi der Verknüpfung von betrieblichen, gewerkschaftlichen und (partei-)politischen Strategien. Am Beispiel von Antonio Gramscis Analyse der Niederlage der Turiner Fabrikräte und/oder Rosa Luxemburgs Kritik am „Revisionismus“ soll das Spannungsverhältnis der Kämpfe auf den verschiedenen politischen Arenen der kapitalistischen Gesellschaft beleuchtet werden. Gleichzeitig sollen die verschiedenen Machtquellen (Organisationsmacht der Arbeiterbewegung, institutionelle Macht der Gewerkschaften, strategischen Beziehungen in den Staat) in ihren Konstitutionsmerkmalen erhellt werden.

Auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion DIE LINKE erläutert Innenminister SCHÜNEMANN (CDU), warum er die Bezugnahme auf Marx durch die Partei DIE LINKE für verfassungsfeindlich und deshalb die Beobachtung durch den Verfassungsschutz für rechtmäßig hält:

” (…) Die Partei DIE LINKE propagiert die so genannte Überwindung des Kapitalismus und bezieht sich in ihren „Programmatischen Eckpunkten“ explizit auf Karl Marx. Zum Kern der marxistischen Theorie gehört das so genannte „Basis-Überbau-Modell“. Danach stellen die ökonomischen Beziehungen (von Marx als „Basis“ bezeichnet) die Grundlage der Gesellschaft dar. Unter dem Begriff „Basis“ versteht Marx die Eigentumsverhältnisse an den Produktionsmitteln, die Formen der Güterverteilung und des Austausches, die gegenseitigen Beziehungen der verschiedenen Gruppen oder Klassen in der wirtschaftlichen Sphäre, also die ökonomische Struktur der Gesellschaft.

Über diese „Basis“ erhebt sich ein so genannter „Überbau“, der die gesellschaftlichen Ideen und entsprechenden Institutionen umfasst: politische Lehren, politische Parteien, Staat, Recht, Moral, Kunst, Philosophie und Religion. Auf die Wechselwirkung zwischen den ökonomischen Verhältnissen und den geistigen, politischen sowie soziokulturellen Umständen einer Gesellschaft haben auch viele Wissenschaftler hingewiesen.
Anhänger des Marxismus gehen indessen davon aus, dass die Veränderung des Wirtschaftssystems zwangsläufig auch eine Veränderung des bestehenden Gesellschaftssystems und (damit auch der Staatsform) zur Folge hat.

Nach Art. 15 GG können Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel zum Zwecke der Vergesellschaftung durch Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum überführt werden. Es bestehen begründete Zweifel, ob sich DIE LINKE in ihrer politischen Ausrichtung durch die verfassungsrechtlichen Schranken gebunden sieht.

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Verfasst von: B. Mex | 27. Juni 2008

Zur Geschichte der IAA – Erste Internationale

Internationale Arbeiterassoziation (IAA) 1864–1873


1. Die IAA war eine Arbeiterpartei mit dem Anspruch, die gesamte Arbeiterbewegung zusammenzuschließen

„Die Internationale wurde gestiftet, um die wirkliche Organisation der Arbeiterklasse für den Kampf an die Stelle der sozialistischen oder halbsozialistischen Sekten zu setzen. Die ursprünglichen Statuten wie die Gründungserklärung zeigen dies auf den ersten Blick.“ K. Marx, Brief an Bolte (1871), MEW 33, 328.

„Während er die ganzen drei Bände des ‚Kapitals‘ – das zweite und dritte wenigstens im Entwurfe – ausarbeitete (seit 1860), fand Marx endlich auch wieder eine Gelegenheit zu praktischer Tätigkeit in der Arbeiterwelt.

1864 wurde die Internationale Arbeiterassoziation gegründet. Viele, namentlich Franzosen haben sich den Ruhm angemaßt, als Gründer dieser Assoziation zu gelten. Es ist selbstredend, dass so etwas nicht von einem allein gegründet werden kann. Aber so viel ist sicher: Unter allen Beteiligten gab es nur einen, der sich klar war über das, was zu geschehen hatte und was zu gründen war, das war der Mann, der schon 1848 den Ruf in die Welt geschleudert: Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

Bei der Gründung der Internationale versuchte auch (der italienische Revolutionär) Joseph Mazzini, die sich zusammenfindenden Elemente für seine mystische konspiratorische Demokratie … zu gewinnen und zu verwerten. Aber der in seinem Namen vorgelegte Entwurf zu Statuten und Gründungsadresse wurde verworfen zugunsten der von Marx redigierten, und von nun an war Marx die Leitung der Internationale gesichert. Von ihm sind sämtliche Erlasse des Generalrats geschrieben, namentlich auch der nach dem Fall der Pariser Kommune erschienene und in die meisten Sprachen Europas übersetzte ‚Bürgerkrieg in Frankreich‘.

Es ist hier nicht die Geschichte der Internationale zu erzählen. Es genüge, dass es Marx gelang, Statuten nebst prinzipieller Motivierung zu entwerfen, unter denen französische Proudhonisten (= französische Anarchisten), deutsche Kommunisten und englische Neugewerkschaftler (= Sozialdemokraten bzw. Sozialisten) einmütig zusammen wirken konnten …
Es versteht sich, dass die Macht der Assoziation lediglich in der bisher unerhörten Tatsache der versuchten Vereinigung des europäischen und amerikanischen Proletariats lag; andere als moralische Mittel hatte der Generalrat nicht, sogar nicht einmal Geldmittel, statt der vielberufenen ‚Millionen der Internationale‘ verfügte er meist nur über Schulden. Wohl nie ist mit so wenig Geld so viel geleistet worden.“ F. Engels, Marx, MEW 22, 340f.

Organisatorisch war die IAA ein politischer Dachverband, also eine „sofortige Zusammenfassung der noch zusammenhanglosen Bewegung“ (vgl. Statuten der IAA, MEW 16, 520), der alle damaligen Strömungen der Arbeiterbewegung umfasste: Kommunisten, Sozialisten, Anarchisten und Gewerkschafter. Das unterschied die IAA grundsätzlich vom Modell einer „marxistisch-leninistischen Partei“, die nach dem Willen Lenins nur Kommunisten unter Ausschluss aller anderer Linken umfassen sollte.
„10. Obgleich vereinigt zu einem ewigen Bund brüderlicher Zusammenwirkens, behalten die Arbeitergesellschaften, welche sich der Internationalen Assoziation anschließen, ihre bestehende Organisation unversehrt.“ K. Marx, Statuten der IAA, MEW 16, 16.

„Die Internationale setzt sich aus Sozialisten verschiedenster Schattierung zusammen. Ihr Programm ist ziemlich breit, um sie alle zu umfassen; die bakuninistische Sekte (Anarchisten) ist unter denselben Bedingungen wie alle anderen in sie aufgenommen worden.“ F. Engels, Bericht an die IAA, MEW 18, 141f.

„Gegenüber den phantastischen und sich bekämpfenden Sektenorganisationen ist die Internationale die wirkliche und streitende Organisation der Proletarierklasse in allen Ländern, verbunden unter sich in ihrem Kampf gegen die Kapitalisten, die Grundeigentümer und ihre im Staate organisierte Klassenmacht.

Daher kennen die Statuten der Internationale nur einfache Arbeiter-Gesellschaften, die sämtlich den gleichen Zweck verfolgen und dasselbe Programm annehmen, das sich darauf beschränkt, nur die großen Hauptzüge des Ganges der Arbeiterbewegung zu zeichnen, und ihre theoretische Ausarbeitung dem durch die Bedürfnisse des praktischen Kampfes gegebenen Anstoß und dem Gedankenaustausch innerhalb der Sektionen überlässt, wie denn die Internationale ohne Unterschied jede sozialistische Überzeugung in ihren Organen und auf ihren Kongressen zulässt.“ K. Marx, F. Engels, Die angeblichen Spaltungen der Internationale, MEW 18, 34.

„Als Marx die Internationale gründete, hat er die Allgemeinen Statuten so abgefasst, dass ihr alle proletarischen Sozialisten jener Zeit beitreten konnten – … selbst der weiter fortgeschrittene Teil der englischen Gewerkschaftler; und nur dank dieser Breite ist die Internationale das geworden, was sie war, das Mittel zur allmählichen Auflösung und Aufsaugung all jener kleineren Sekten…

Hätten wir von 1864–73 (als die IAA bestand) darauf bestanden, nur mit denen zusammenzuarbeiten, die offen unsere (kommunistische) Plattform anerkannten – wo wären wir heute? Ich denke, unsere ganze Praxis hat bewiesen, dass es wohl möglich ist, mit der allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse in jeder einzelnen Etappe zusammenzuarbeiten, ohne unsere eigene aparte Stellung oder gar Organisation aufzugeben oder zu verbergen, und ich fürchte, dass die Deutsch-Amerikaner, wenn sie einen anderen Weg einschlagen, einen großen Fehler begehen werden.“ F. Engels, Brief an Kelley-Wischnewetzky (1887), MEW 36, 598.

„… Die Arbeiterpartei … (ist) derjenige Teil der arbeitenden Klasse, welcher zum Bewusstsein der gemeinsamen Interessen der Klasse gekommen ist …“ F. Engels, Preußische Militärfrage, MEW 16, 68.

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Verfasst von: B. Mex | 26. Juni 2008

Erich Fried über Marx

Karl Marx, 1983

Wenn ich zweifele/ an dem/ der gesagt hat/ `Man muss an allem zweifeln´/ dann folge ich ihm

Und wie könnte sein Wort veralten/ dass `die freie Entwicklung/ eines jeden/ die Bedingung/ für die freie Entwicklung aller ist´?

Was veraltet/ das sind die seiner Schüler/ die solche Worte/ immer wieder vergessen

Von seinen Erkenntnissen/ sind weniger veraltet/ nach so langer Zeit/ als er selber erwartet hätte

Die sein Werk totsagen/ und ihre Gründe/ es totzusagen/ beweisen nur/ wie lebendig es ist

Und die Buchstabengläubigen/ die die Gültigkeit jedes Wortes/ beweisen wollen/ beweisen wie recht er hatte/

(und dadurch wie unrecht)/

als er spottete:

`Je ne suis pas un Marxiste´

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